1. Rundbrief

Maringa, Anfang September 2007

Hallo liebe Freunde, Verwandte und Bekannte!

Nach 3 Wochen in Brasilien komm ich nun endlich dazu, euch meinen ersten Rundbrief zu schicken. Ich habe in den letzten Wochen sehr sehr viel erlebt und leider kann ich wohl nicht alles schreiben, denn das würde wohl den Rahmen dieses Briefes sprengen.
Um euch das Lesen dieses Briefes zu erleichtern, schreibe ich in verschiedenen Blöcken, sodass ihr anhand der Überschrift entscheiden könnt ob das Thema für euch interessant ist oder nicht.

Deutschland- der Abschied

Bewusst wählte ich das Datum meiner Abschiedsparty sehr nahe an meinem Abflugtermin, da ich so sicher gehen konnte auch allen Leuten ein letztes Mal „auf ein Wiedersehen“ sagen zu können. Ich muss hier noch mal ein großes Dankeschön an meine Freunde in Deutschland aussprechen. Die Party war ein voller Erfolg und ich war wirklich gerührt davon, wie viele kamen, um mir eine gute Reise zu wünschen. Speziell hervorheben muss ich bestimmte Leute die mich beim Auf und Abbau, wie auch beim Ausschank am Abend tatkräftig unterstützt haben. Hier noch mal ein Riesen Dankeschön an Christoph, Markus, Johannes, David, Julia, Johanna und Hannah. Euch habe ich zu verdanken dass die Party ein solcher Erfolg war!!! Solch eine Situation macht einem doch noch mal bewusst, wie wichtig die Menschen sind, mit denen man die letzten Jahre in Deutschland verbracht hat.

Die Reise

Ich entschied mich dafür, von Julia und Christoph gefahren zu werden, um eine „große familiäre Abschiedsszene“ am Flughafen zu umgehen. So konnte ich mich zu Hause in aller Ruhe von dem Rest der Familie verabschieden, natürlich auch unter Tränen, die gehören ja schließlich dazu. So machten wir drei uns um 3 Uhr nachts auf zum Frankfurter Flughafen, wo ich um 07.00 Uhr das letzte Mal „deutschen Boden unter den Füssen hatte“. Als ich im Flugzeug saß realisierte ich die Situation noch gar nicht und war verwundert darüber, wie gut es mir doch ging. Leider hatte mein Anschlussflug in Paris über eine Stunde Verspätung, sodass ich erst um 22 Uhr Ortszeit (also 3 Uhr MEZ) nach 24Stündiger Reise von Kasel bis Sao Paulo) in Sao Paulo ankam. Kurz vor der Landung hörte ich wie die Stewardess mit einem Mädchen das vor mir saß auf Deutsch sprach. Daraufhin sprach ich sie an und fragte was sie vorhat. Noch eine kleine Information: Ich bin hier in Brasilien immer fünf Stunden nach eurer Zeit, also im Moment ist es bei mir hier 18 Uhr bei euch ist es schon 23 Uhr.Sao Paolo

Endlich, Brasilien……..Lange hatte ich auf diesen Moment gewartet. Laura, das deutsche Mädchen aus dem Flugzeug hatte einen Anschlussflug in den Norden von Brasilien wo sie ihren Freund besucht, der dort studiert. Sie hatte 3 Stunden Aufenthalt in Sao Paolo, sodass wir gemeinsam auscheckten, den Zoll passierten und anschließend zusammen einen Kaffee tranken. Nachdem ich zu Hause anrief, um meine gute Landung kundzugeben, erfuhr ich dass ich einen Freund von Br. Alfons Maria, der in Sao Paulo lebt, treffen und die Nacht bei ihm verbringen könne. Nach einem kurzen Telefonat mit ihm und der Verabschiedung von Laura machte ich mich nun auf um in die Stadt zu fahren. Dort wartete Guliano an einer Bushaltestelle auf mich. Guliano kommt ursprünglich aus Maringa, sein Vater lebt hier und betreibt „die beste Eisdiele der Stadt“. Guliano ist Psychologe und spezialisiert auf Musiktherapie, 29 Jahre alt und lebt mit zwei Freunden in einer WG in der Stadt. Erschöpft von der langen Reise nahm ich auch direkt die Schlafmöglichkeit in Anspruch. Am nächsten morgen ging ich dann in die Stadt um diese zu erkunden. In Sao Paolo herrscht das Leben. Eine Riesenstadt (20 Millionen Einwohner) mit viel Verkehr und vielen Gesichtern. Reichtum und Armut lebt hier in der direkten Nachbarschaft, viele Menschen „liegen“ auf den Strassen, eine Stadt die ich mit einfachen Worten nur schwer beschreiben kann, doch es hat mich sehr fasziniert.
Guliano kam um 13 Uhr von der Arbeit nach Hause, wir gingen in ein großes Einkaufszentrum, (richtig modern, schwer bewacht….) um Geld zu wechseln. Danach gingen wir „surasko“ essen. Eine typische Art brasilianisch zu Essen. Wir bezahlten 11 Euro (Sao Paolo ist sehr teuer…..für Brasilien) und konnten uns am großen Buffet bedienen. Anbei kamen im Minutentakt die Kellner an unseren Tisch, immer mit einer anderen Sorte Fleisch. Ich weiß nicht wie viele verschiedene Sorten ich probiert habe, eins war besser als das andere (außer das Hühnerherz….). Wir hatten eine Karte am Tisch die man umdrehen konnte. Grün heißt dass man Fleisch möchte, Rot heißt dass man satt ist. Funktioniert nur nicht so ganz, da die Kellner die ganze Zeit kamen um uns Fleisch anzubieten. Ein tolles Essen!!!
Später gingen wir dann an den „Rodovario“(Busbahnhof) um die Weiterfahrt nach Marniga zu buchen, die ich um neun Uhr Abends antrat. Neun Stunden später und 600 Kilometer weiter, morgens um 6 Uhr kam ich dann in der Stadt an, in der ich die nächste Zeit verbringen werde. An dieser Stelle sage ich Bruder Alfons Maria und natürlich auch Guliano vielen Dank für die Unterstützung und Hilfe.MARINGA

Maringa ist eine schöne Stadt, 300 000 Einwohner, 60 Jahre alt und komplett geplant. Das heißt, sie ist in Blöcken aufgebaut. Am Rodovario in Maringa empfingen mich Bruder Joao und Bruder Martinho, zwei Brüder des Konvents in Maringa. Sie brachten mich zum Krankenhaus und zeigten mir mein Zimmer. 3. Stock, mit Blick auf die Skyline von Maringa. Nachdem ich mich einige Stunden ausgeruht hatte erkundete ich die Stadt. Vorher hatte ich noch ein Problem mit dem Schlüssel, der im Schlüsselloch meiner Zimmertür festklemmte. Erst ein eigens herbei gerufener Schlüsseldienst konnte das Problem lösen (peinlich) Zusammen mit Bruder Joao besichtigte ich die Kathedrale, den riesigen Park und die wichtigsten Dinge hier in Maringa. Bruder Joao ist kein „Bruder“, wie man es in Deutschland kennt. Er ist 22 Jahre alt und ein wirklich toller Kerl. Beim Autofahren immer die brasilianische Musik bis Anschlag aufgedreht und immer gut gelaunt. Am Abend dann ging ich in eine Bar in der Nähe des Krankenhauses. Ich war recht müde, deshalb trank ich nur zwei Bier (1,2l) aß drei Spieße (groß, gut, günstig) und bezahlte 3 Euro dafür. In den nächsten Tagen wurde ich dann in die Arbeit in der Kindertagesstätte des Krankenhauses eingeführt.Arbeit im Krankenhaus

Im Krankenhaus sind für mich zwei Personen direkt zuständig, zum einen gibt es den Andreas Brose. Er ist Projektleiter der Santa Casa (heiliges Haus) spricht fließend Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch und ist ein sehr netter Mann. Er brachte mich zu Giselle, meiner Anleiterin in der Kindertagesstätte, studierte Pädagogin, studiert abends noch zusätzlich Psychologie, 27 Jahre, leider verlobt…….eine wirklich tolle Frau. Sie spricht ein paar Sätze Englisch(was hier eine Seltenheit ist) doch wir bekommen es super hin mit der Kommunikation. Sie unterhält sich sehr gerne mit mir und sie gibt sich dabei sehr viel Mühe, dank dem Internet (und den Übersetzungsprogrammen dort) konnten wir sogar schon über die vielen Unterschiede der Kindertagesstätten in Deutschland und in Brasilien sprechen. Aber wir sprechen auch gerne über „Gott und die Welt“. Leider hat sie jetzt drei Wochen Urlaub, sodass ich vollkommen auf mein nicht vorhandenes Portugiesisch angewiesen bin, wenn ich in der Kindertagesstätte arbeite. Mit den Kindern zu kommunizieren ist natürlich auch nicht einfach, doch man kann nicht nicht kommunizieren, also irgendwie klappt es immer.Unterschiede Kindertagesstätte

Zum ersten Mal erschrak ich, als ich erfuhr, dass wir zwei Mal täglich eine halbe Stunde Fernsehschauen, Zeichentrick von Ninja Turtles über Pichachu bis hin zu chinesischen Mangas. Leider konnten Giselle und ich noch nicht darüber diskutieren, da die sprachlichen Mittel fehlten, doch sie versuchte mir zu verstehen zu geben, dass es „normal“ sei in Brasilien und das es „Pädagogisch wertvoll“ für die Kinder sei. Ich bin mir sicher, dass wir diese Diskussion noch fortführen werden, da ich komplett anderer Meinung bin (wegen ständiger Reizüberflutung, usw…..). Ich werde euch später dann berichten, warum es pädagogisch wertvoll sein soll. Ein weiterer Unterschied sind die Mahlzeiten. Während wir „ordentlichen Deutschen“ viel Wert auf ein reichhaltiges und gesundes Frühstück legen, gibt es hier morgens die Wahl zwischen einem Brot oder einem Keks (Ratet mal was übrig bleibt), dazu gibt es ein Stück Obst und Tee. Die Kinder essen sehr schweinzig, und sind sehr verschwenderisch mit dem Essen, doch es wird halt keinen so großen Wert darauf gelegt. Ein Dorn im Auge ist mir der Spielplatz und die Außenanlage. Alles Beton (da es abwaschbar und gut zu reinigen sein muss) und die Spielgeräte würden wohl keinen deutschen TÜV bekommen. Das Karussell hat keine Rückenlehne, Die Rutsche steht direkt an der Hauswand, echt sau gefährlich………..Es wird sehr viel Wert auf Hygiene gelegt. Es arbeiten ganztägig zwei Putzfrauen in der Tagesstätte, welche immer irgendwo am Putzen und am Schrubben sind. Jedoch werden auch die Schwerpunkte der Hygiene anders gesetzt. Während in Deutschland ein Schnuller das Heiligtum der Sauberkeit ist (Wenn er runterfällt wird er abgekocht) ist es hier in Brasilien egal wo der Schnuller zuletzt gelegen hat bevor er in den Mund des Kindes zurückkommt. Von innen ist die Einrichtung sehr karg. Alle Wände sind Dunkelblau gestrichen, es gibt wenige Bilder an der Wand und es ist sehr sehr klein. Ein Raum hat ca. 20 qm, sodass es sehr eng ist wenn man mit den Kindern darin ist. Und viele Kinder auf einem engen Raum……das kostet Nerven. Auch an Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder fehlt es. Es gibt wenig Material für Rollenspiele und generell ist das Material sehr knapp, so dass die wirkliche Herausforderung darin liegt, mit möglichst wenig Mitteln, möglichst viel zu erreichen. Die Kindertagesstätte ist „abgeschottet“. Man muss klingeln um Eintritt zu bekommen und sie ist von einer großen Mauer umzäunt. Ich werde euch noch Bilder davon zukommen lassen.
Ich habe mir noch mal die Beschreibung der Tagesstätte durchgelesen und muss euch sagen, sie entspricht leider der Wahrheit, doch ist es mir sehr wichtig noch einmal zu betonen dass die Kinder sehr glücklich sind, dass wir sehr viel Spaß zusammen haben. Das Personal ist gut qualifiziert und wirklich kreativ. Außerdem sind hier ALLE äußerst Hilfsbereit mir gegenüber, nicht nur in der Tagesstätte, nicht nur im Krankenhaus sonder überall, an allen Orten an denen ich bisher war.

Erlebnisse

Genug Fakten, kommen wir zu meinen persönlichen Erlebnissen:Emotionales Chaos:

Ich kann euch sagen: Ich habe das „ankommen“ in Brasilien unterschätzt. Ich hätte nicht gedacht dass ein Mensch alleine ein solches emotionales Chaos in seinem Kopf haben kann. Zwischen „Himmelhochjauchzend“ und „zu Tode betrübt“ erfuhr ich mich in diesen Wochen. Und die Stimmung konnte innerhalb von 5 Minuten komplett umschlagen. Oft ging ich hier durch die Strassen und es stieg ein warmer Schauer meinen Rücken hinauf, über die Kopfhaut und in mein Gesicht, wo er ein breites Grinsen auslöste. In diesem Moment dachte ich: Geil, du bist da…..Brasilien….einfach nur fett………. Doch wenn die Nacht hereinbrach überkamen mich auch oft Angstzustände, unzählige Gedanken kreisten in meinem Kopf und ich kam nicht zur Ruhe. Wenn ich dann mal schlief, träumte ich das verworrenste Zeug das man sich vorstellen kann. Meistens waren es Verabschiedungsszenen aus Deutschland, auch von Personen die einem eigentlich nicht nahe stehen, doch oft habe ich „im Traum geweint“. Nicht nur im Traum leider, doch das hatte eher andere Gründe. Ich fing schon am zweiten Tag nach meiner Ankunft an zu arbeiten, ich wurde „ ins kalte Wasser“ geworfen. Es kann sich kein Mensch vorstellen (wenn er es selbst noch nicht erlebt hat) wie hart es ist den ganzen Tag nichts und niemanden zu verstehen. alle wollen mit einem reden, alle sind total freundlich und wollen viel über einen wissen. Mein Satz der ersten zwei Wochen war nur : eu nao fala portoguis…….Irgendwann wurde es alles zu viel für mich, ich war nervlich am Ende, der schlechte Schlaf und der ständige Stress, versuchen zu verstehen, versuchen zu reden…..all dies machte mich irgendwann so fertig das ich „emotional zusammenbrach“. Es war auf dem Weg zur Frühstückspause, der Tag begann eigentlich wie die anderen auch und ich fühlte mich gut. Doch auf dem Weg zur Kantine merkte ich plötzlich, wie mir die Tränen kamen. Ich wusste nicht direkt warum. Anstatt zur Kantine zu gehen, nahm ich den Aufzug, um auf mein Zimmer zu gehen. Ich dachte mir dass ich mich jetzt eine Viertel Stunde ausweinen werde und dass es dann schon wieder gut sein wird. Doch das war leider nicht der Fall, ununterbrochen heulte ich, bis ich (vor Erschöpfung) einschlief. Als ich wieder erwachte, fühlte ich mich besser und beschloss Herrn Brose, den Projektmanager aufzusuchen. Ich sagte ihm Bescheid dass ich mich nicht gut fühlte. Daraufhin gab er mir zu verstehen dass es völlig normal sei und dass ich allem einfach etwas mehr Zeit geben sollte. An diesem Abend besuchte ich die Brüder im Konvent, sie kümmerten sich super um mich und halfen mir gut über dieses Tief hinweg.
Mittlerweile „bin ich hier“, ich fühle mich super, lerne jeden Tag ein bisschen portugiesisch, habe Kontakte zu wirklich tollen Menschen geknüpft und pflege diese so gut wie es geht. Sie haben mir geholfen hier anzukommen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Drei von diesen Menschen möchte ich euch kurz vorstellen:

Bruder Joao, 22 Jahre, lebte drei Jahre in Trier, spricht also ein sehr gutes Deutsch. Er ist immer für mich da, wenn ich ihn brauche, wir sind uns in vielen Dingen sehr ähnlich. Er ist kein „Bruder“ wie man es aus Deutschland kennt. Er ist ein 22 Jähriger Student, der sich für ein Leben mit Gott (und „gegen“ das Leben mit den Frauen, ein ständiger Diskussionspunkt von uns beiden) entschieden hat. Wir waren zusammen shoppen, ins Schwimmbad, im Park und laufen. Er ist ein toller Mensch, „positiv bekloppt“ , wie er es zu sagen pflegt und er kennt keinen hübscheren Menschen als sich selbst 😉 Sein Lieblingslied ist „dieser Weg“ von Xavier Naidoo(wie wird der geschrieben), das Lied der Fussballweltmeisterschaft 2006, welches für mich hier eine neue Bedeutung bekommen hat, lauten die ersten Zeilen doch „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer….“ Er hat es mir immer vorgesungen, um mich aufzubauen.Erika, 21 Jahre, Pharmazie-Studentin, ist zweimal die Woche hier im Praktikum. Spricht fließend Deutsch, da ihr Vater in Bad Tölz lebt und sie dort ein Jahr verbracht hat. Eine sehr tolle Frau. Sie bekam den Auftrag mich in der „Pharmazie“ (Apotheke) einzuarbeiten, doch sie tat viel mehr für mich. Sofort wurde ich in ihre WG eingeladen, wir verbrachten einen gemütlichen Abend mit ihren Freunden. Am Tag darauf zeigte sie mir ihre Uni, dann kümmerte sie sich noch um meinen Sprachkurs. Und das alles , ohne das ich sie zu irgendetwas aufgefordert hätte. Sie gab mir zu verstehen dass sie meine Gefühle, die ich hier hätte voll nachvollziehen könne und das sie mir helfen wolle hier anzukommen. Sie hat mich zum Essen eingeladen und morgen gehen wir auf eine Party (AAAH, Techno……..) Ich will betonen dass wir eine rein platonische Beziehung haben, bevor die Gerüchteküche des Ruwertals wieder überkocht 🙂Tali

, 30 Jahre. Unsere Begegnung war von vielen Zufällen und Umständen geprägt. Es war an dem zweiten Wochenende an dem ich hier war. Joao durfte nicht raus, ich war alleine. Ich beschloss in die Stadt was essen zu gehen, hatte ich doch am Vortag ein gemütliches mexikanisches Restaurante entdeckt. Ich setzte mich hin, bestellte Tacos und eine Margarita (Getränk). Als ich diesen probierte, stellte ich fest, das irgendetwas damit nicht stimmte. Das brachte mich in folgende Situation: Thomas in einem Restaurant in dem keiner ein Wort Englisch, geschweige denn Deutsch spricht, versucht ein Getränk zu reklamieren. Wie gesagt, die Brasilianer sind sehr hilfsbereit und so kam es, dass 3 Bedienungen um meinen Tisch standen um mich zu verstehen. Ich schlug in meinem so wichtig gewordenen Wörterbuch so viele Wörter nach, doch sie verstanden einfach nicht. Wie „vom Himmel geschickt“ kam eine Krankenschwester aus der Santa Casa vorbei, mit der ich vorher noch nicht gesprochen hatte (hier kennen mich alle, ich kenn nur ein paar) und sprach mich auf englisch an, ob sie mir helfen könne. Endlich konnte ich zu verstehen geben, dass ich weiß wie eine Margarita schmeckt, dass es ja sein könnte, dass er in Brasilien ein wenig anders schmeckt als in Deutschland, aber das DIESER Margarita schlecht sei. Daraufhin forderte ich ihren Mann auf zu probieren und er stimmte mir dann glücklicherweise zu, und gab auf Portugiesisch bekannt, das der Saft wohl schlecht sei.
Manchmal kommt man sich einfach nur Blöd vor wenn man sich nicht verständigen kann.
Nun denn, ich bekam sofort eine neue Margarita, die Krankenschwester verabschiedete sich und sagte noch, dass die Besitzer des Restaurants ihre Tochter angerufen haben, sie sei auf dem Weg hierher, da sie fließend Englisch spreche. So war es auch, die Tochter ist Tali, Kinderärztin in Florianapolis, eine Stadt, 300km von Marniga entfernt und eine wirklich intelligente Frau. Ihre Schwester feierte ihren 21. Geburtstag in einem Club mit Live Band und super Getränken, eh ich mich versah war ich auf der Party und hatte einen wirklich tollen Abend.Das Wetter

Winter, der kein Winter ist. Die Temperaturen schwanken zwischen 28 und 33 Grad, auch nachts sind es selten unter 25 Grad und der Sommer kommt ja erst. Eines Morgens ging ich zur KiTa. Ich empfand es als sehr erfrischend, das es morgens um 7 Uhr „nur“ 23 Grad waren. Doch als ich die Kinder ankommen sah, musste ich laut lachen. Eingepackt in Winterjacke, Handschuhe und Wollmützen kamen sie und ich empfing die Kinder in meinem T-Shirt. Generell werde ich hier die ganze Zeit gefragt ob mir nicht kalt sei. Die Leute die mich näher kennen wissen auch, dass mir selten kalt ist. Doch wohl jeder von uns Deutschen läuft bei 23 Grad im T-Shirt rum. Für die Brasilianer undenkbar.
So, genug für heute, ich werde jetzt von Tali abgeholt, es gibt was zu feiern! Morgen ist hier Unabhängigkeitstag, ein Fest bei dem die ganze Stadt verrückt wird. Ich bin gespannt.DER SCHLUSS

Soviel zu meinen ersten Erlebnissen und Erfahrungen hier in Brasilien. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Eindruck von meinem Leben hier geben. Die Bilder, die ich bisher gemacht habe lade ich auch bald hoch, ist hier leider nicht so einfach!
Ich wünsche und hoffe dass es euch im Ruwertal und Trier auch so gut geht wie mir. Natürlich genieße ich die Zeit hier, doch werde ich nie vergessen, wo meine Wurzeln sind und auf wen ich mich jetzt schon freue, wenn ich in einem Jahr wieder deutschen Boden unter den Füssen spüre.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, nur zu, ich beantworte alle Fragen gerne.

Vielen Dank für eure Unterstützung

euer Thomas

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4 Antworten to “1. Rundbrief”

  1. sylvi Says:

    Hi Thomas! Ich hab heute zum ersten mal deine Seite entdeckt und deine Rundbriefe gelesen! Hat super Spaß gemacht deine Erlebnisse in Brasilien zu erfahren! Und ob du es glaubst oder nicht ich hab ganz schön mit dir gelitten als du von deinem Megatief erzählt hast! Freut mich deshalb umso mehr, dass es dir jetzt gut dort geht! Also ich hab nen Monsterresprkt vor dir und vor dem was du machst! Ach ja und über deinen Berichte über die Kita da freue ich mich jetzt schon! Das diskutieren wir dann wenn du wieder im Ruwertal bist! Von wegen Fernsehen Pädagogisch wertvoll und so 😉 Also machs mal gut und wäre schön wenn du dich mal meldest! LG Sylvi und Elch

  2. Max Says:

    Hey Thomas! Dein Rundbrief ist echt genial…Man kann sich quasi vorstellen auch da zu sein! Freu mich schon wenn du (endlich) wieder im Ruwertal bist! Bis dann!
    MFG Max

  3. christel Says:

    Hallo Thomas, habe auf die Schnelle den 1. Rundbrief gelesen , tool und danke das du deine Familie und Freunde daran teilnehmen lässt
    Bis andermal ,Christel

  4. Christian Says:

    Hi Thomas! Bin gerade so am rumsurfen gewesen, hab kein Plan wie ich auf deine Seite kam, aber ich finde deinen ersten Rundbrief übelst interessant. Das macht mir irgendwie auch Appetit meinen Zivi im Ausland zu machen..
    Viele Grüße aus Trier nach Brasilien

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